Nachbarschaftshilfe: Solidarität in der Krise

 

Der Verein „Help Dunya“ hat bereits ein Team zusammengestellt, das ältere und hilfebedürftige Menschen in ganz Bremen bei Einkäufen ­unterstützen soll. Die Ehrenamtlichen wollen die Einkäufe ohne Gebühr bis vor die Haustür bringen. Foto: Help Dunya

Von Henrik Schumacher

Immer mehr Nachbarschaftshilfen unterstützen in der Corona-Krise Senioren und Bedürftige. Ein Überblick.

Schon am Montag appellierte Bürgermeister Andreas Bovenschulte an die Solidarität der Bremer in Zeiten der Corona-Krise. „Nachbarschaftshilfen sind das Gebot der Stunde“, sagte er. Diesen Rat haben sich offenbar viele Bremer zu Herzen genommen: Bis zum Dienstagabend haben sich zahlreiche Nachbarschaftshilfen gebildet, viele Bewohner helfen, wo sie können.

Der Verein „Help Dunya“ war einer der ersten Hilfsanbieter in der Hansestadt. Ein Team der in Bremen ansässigen und global aktiven Hilfsorganisation hat beschlossen, älteren und bedürftigen Menschen in der Corona-Krise mit den Einkäufen zu helfen. „Die Leute können uns aus ganz Bremen anrufen, dann koordienieren wir das Angebot und schicken unsere ehrenamtlichen Helfer los“, erklärt der Vorstandsvorsitzende Morteza Eshghparas.

Hilfe wird über Telegram organisiert

Die freiwillige Dienstleistung soll in regelmäßigen Abständen umgesetzt werden und keine Fahrtkosten oder Personalkosten für Betroffene erheben. Der Mindesteinkaufswert sollte dabei 50 Euro betragen. „Natürlich achten wir dabei auf möglichst viele Vorsichtsmaßnahmen wie etwa die Abstandsregel“, sagt Eshghparas.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt die Solidarische Nachbarschaftshilfe Bremen. Basierend auf einer Idee von Miriam Nure, die in der Neustadt lebt, haben sich mittlerweile mehr als 700 Freiwillige aus ganz Bremen zusammengefunden. In einer Gruppe über die App Telegram organisieren sie Hilfen je nach Stadtteil und Bedarf.

Fahrdienst bietet Hilfe an

Auch eine Initiative Borgfelder Bürger bietet älteren und geschwächten Menschen aus dem Stadtteil in der Zeit der Corona-Krise einen Einkaufsservice für dringend benötigte Güter an. ­Andrea Meyer, Phil Köper, Johannes Klinckradt und Gabi Piontkowski haben sich zusammengeschlossen, um Hilfebedürftige zu unterstützen. „Uns ist bekannt, dass einige Supermärkte und die Apotheken bereits anbieten, Waren nach Hause zu liefern“, sagte Gabi Piontkowski. Das werde auch ausdrücklich von der Gruppe begrüßt. Dazu wolle man nicht in Konkurrenz treten.

Dazu kommen die insgesamt 17 Dienstleistungszentren im Stadtgebiet. In den von den Bremer Wohlfahrtsverbänden betriebenen Zentren werden bremenweit rund 3.500 Ehrenamtliche für die organisierte Nachbarschaftshilfe vermittelt. Und auch die Diakonie Bremen vermittelt Unterstützung: Auf der Webseite diakonie-bremen.de/nachbarschaftshilfe können Hilfesuchende und Helfer miteinander in Kontakt treten.

„Help Dunya“ ist erreichbar unter 0171 / 378 82 02; die Nachbarschaftshilfe Bremen unter 0157 / 79 88 15 72 oder 0157 / 50 78 73 58; der Borgfelder Einkaufsservice ist unter 0171 / 36 159 85 erreichbar. Zudem werden weitere Hilfen auf Facebook in der Gruppe „Coronahilfe Freie Hansestadt Bremen“ vermittelt. Jeder, der möchte, kann in die Gruppe eintreten.

Geschichten wie die Gründung der Solidarischen Nachbarschaftshilfe Bremen sind aber nur Beispiele dafür, was gerade in Bremen passiert. So hat der Fahrdienst Spiering aus Bremen, der eigentliche beeinträchtige Menschen und Schüler transportiert, aufgrund freigewordener Kapazitäten Einkaufsdienste und Hilfen angeboten.

Auch Initiative aus Borgfeld hilft

An Ramadan, dem Monat der Barmherzigkeit und dem Sammeln von vielen guten Taten, können Spenderinnen und Spender ihre Zakat Al Fitr, Zakat Al Ma’al sowie ihre Sadaqa an uns entrichten, wodurch wir wiederum vor Ort Lebensmittel kaufen und diese dann an Bedürftige verteilen.

https://weserreport.de/2020/03/bremen-bremen/bremencity/nachbarschaftshilfe-solidaritaet-in-der-krise/

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