Erdbeben Türkei/Syrien – 06.02.2023 : Ein Datum, das sich ins Herz gebrannt hat : Wir gedenken der Opfer und ihrer Angehörigen
Manche Daten verschwinden nie. Der 06. Februar 2023 ist ein solches Datum. Ein Tag, der sich tief ins Herz eingebrannt hat voller Schmerz, Verlust und unvorstellbarer Zerstörung. In den frühen Morgenstunden damals erschütterte ein schweres Erdbeben die Türkei an der Grenze zu Syrien. Innerhalb weniger Sekunden brachen Häuser zusammen, Leben wurden ausgelöscht, Familien auseinandergerissen. Die Erschütterungen waren so stark, dass sie weit über die Grenzen hinaus zu spüren waren – in Libanon, Irak, Palästina, Zypern und weiteren Regionen. Was folgte, war Stille. Und dann Schreie. Kälte. Angst. Verzweiflung.
Hilfe in der dunkelsten Nacht
Noch in der Nacht zum 07.02.2023 waren wir mit unserem Team von Help Dunya e. V. vor Ort im schwer getroffenen Hatay, mitten im Erdbebengebiet. Die Situation dort war kaum in Worte zu fassen. Überall Zerstörung, eingestürzte Häuser, Kälte und Verzweiflung. Das Leid der Menschen war enorm und allgegenwärtig. Familien irrten durch die Straßen, suchten verzweifelt nach ihren Angehörigen, riefen Namen, hofften auf ein Lebenszeichen. Es war sehr schlimm mit anzusehen, dass sich innerhalb weniger Sekunden eine so große Katastrophe ereignet hatte, die unzählige Leben für immer veränderte.
Während viele noch unter Schock standen oder nach Vermissten suchten, begannen wir mit dem, was in solchen Momenten am wichtigsten ist: Nothilfe. Genau deshalb haben wir sofort gehandelt, den Menschen unter die Arme gegriffen und versucht, das Leid zumindest ein Stück weit zu lindern. Wir verteilten dringend benötigte Hilfsgüter, leisteten Unterstützung, wo immer es möglich war, und waren auch seelisch für die Betroffenen da. Oft war ein offenes Ohr, ein tröstendes Wort oder einfach nur menschliche Nähe genauso wichtig wie materielle Hilfe.
Für unser gesamtes Team war dieser Einsatz ein sehr schlimmer und belastender Eindruck. Die Bilder, die Stimmen und die Schicksale der Menschen haben sich tief eingebrannt. Auch heute noch denken wir nur ungern an diese Momente zurück, weil sie uns gezeigt haben, wie zerbrechlich das Leben ist und wie wichtig es ist, in solchen Situationen füreinander da zu sein.
Soforthilfe – für die Türkei und Syrien
Wir verteilten dringend benötigte Sachgüter: Decken gegen die eisige Kälte, Taschenlampen für die dunklen Nächte, Zelte als erster Schutz, Winterkleidung, Lebensmittel, Hygieneartikel, Holzkohle, Medikamente, Verbandsmaterial, Hilfsmittel und Rollstühle. All diese Dinge waren für viele Menschen überlebenswichtig, denn sie hatten innerhalb von Sekunden ihr Zuhause und ihren gesamten Besitz verloren. Viele standen buchstäblich vor dem Nichts. Doch Hilfe bedeutet mehr als Material. Sie bedeutet auch Wärme, Mitgefühl und das Gefühl, nicht allein zu sein.
Tausende warme Suppen wurden im Erdbebengebiet ausgegeben nicht nur an die direkt Betroffenen, sondern auch an die unermüdlichen Helferinnen und Helfer: Feuerwehr, Rettungsdienste und freiwillige Einsatzkräfte, die trotz eigener Erschöpfung, Kälte und Schlafmangel nicht aufgehört haben zu helfen. Inmitten dieser schlimmen Situation war dennoch etwas sehr Wichtiges zu sehen: Menschlichkeit. Menschen halfen einander, teilten das Wenige, das sie hatten, und unterstützten sich gegenseitig, wo es nur ging.
Diese Hilfe hat vielen zumindest ein Stück Hoffnung geschenkt. Hoffnung in einer Zeit, in der so vieles verloren gegangen war. Denn viele Menschen hatten nicht nur ihr Haus und ihr Hab und Gut verloren, sondern auch ihre Familienangehörigen. Dieses Leid war kaum zu ertragen und für alle spürbar. Umso wichtiger war es, da zu sein, zuzuhören und gemeinsam durch diese schwere Zeit zu gehen.
Logistik der Hoffnung
Ein 25-Tonnen-LKW wurde in Istanbul beladen und nach Adana gebracht. Von dort aus ging die Hilfe weiter in zahlreiche betroffene Städte und Regionen:
Hatay, Osmaniye, Kahramanmaras, İskenderun, Antakya, Hassa und viele weitere Orte, die bis heute mit den Folgen der Katastrophe leben.
Mit wachsender Unterstützung konnten wir unsere Hilfe ausweiten und verstärken genau dort, wo sie am dringendsten gebraucht wurde. Möglich war all dies nur dank der großen Solidarität unserer Spenderinnen und Spender, die uns ihr Vertrauen geschenkt und unsere Arbeit unterstützt haben. Durch diese Hilfe konnten wir vielen Menschen beistehen, ihre dringendsten Bedürfnisse lindern und ihnen in einer ausweglos wirkenden Situation zur Seite stehen. Gemeinsam haben wir dazu beigetragen, Leid zu mindern und den Betroffenen zumindest ein Stück Hoffnung zu bewahren Hoffnung auf Hilfe, auf Menschlichkeit und auf einen neuen Anfang.
Mehr als Nothilfe – Hilfe mit Perspektive
Uns war schnell klar: Diese Katastrophe braucht mehr als kurzfristige Unterstützung. Sie braucht Perspektive, Stabilität und Hoffnung. Deshalb organisierten wir Wohncontainer, kauften Möbel sowie notwendige Wohnungseinrichtungen ein und statteten diese vollständig aus. Ziel war es, den Erdbebenopfern nicht nur ein Dach über dem Kopf zu geben, sondern einen Ort, der wieder ein kleines Stück zuhause sein kann.
Für die betroffenen Menschen bedeuteten diese Container weit mehr als nur eine Unterkunft. Sie waren ein erster Schritt zurück in ein halbwegs normales Leben. Endlich wieder ein eigener, geschützter Raum, in dem sie schlafen, sich zurückziehen und zur Ruhe kommen konnten. Ein Ort, an dem sie ihre Privatsphäre hatten und nicht mehr ständig den Witterungen, der Unsicherheit und dem Chaos ausgesetzt waren.
Diese Form der Hilfe gab den Menschen Struktur und ein etwas besser geregeltes Leben zurück. Sie hatten zumindest ein festes Dach über dem Kopf, einen sicheren Platz für ihre wenigen verbliebenen Habseligkeiten und die Möglichkeit, wieder ein Gefühl von Alltag zu entwickeln. Damit wollten wir langfristige und nachhaltige Hilfe leisten für Menschen, die alles verloren haben und dringend einen Neuanfang brauchten.
Nothilfe in Syrien – Solidarität kennt keine Grenzen
Auch in Syrien begann unsere Hilfe. Ab dem 09.02.2023 war ein weiteres Team im Raum Aleppo im Einsatz. Dort verteilten wir Sachgüter, Lebensmittelpakete, Hygieneartikel und etwas, das oft vergessen wird, aber für Kinder so wichtig ist: Spielzeug. Denn selbst inmitten von Trümmern brauchen Kinder Momente, in denen sie wieder lachen und einfach Kinder sein dürfen.
Ein Datum, das bleibt
Der 06.02.2023 hat unzählige Leben verändert. Er steht für unermesslichen Verlust aber auch für Menschlichkeit, Zusammenhalt und Hoffnung. Wir sagen euch vom Herzen Danke dass ihr uns unterstützt habt und wir hierdurch helfen konnten.
Wir gedenken der Opfer und ihrer Angehörigen.
Und wir werden nicht aufhören zu helfen.
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